Der NBA.de Tip-Off -- 23.01.12

Dirk Nowitzki

Dirk Nowitzki ist raus. Zumindest diese Woche. Acht Tage lang soll sich der Finals-MVP 2011 in Dallas fit machen. Während sein Team sich auf die Heimpartien gegen Phoenix, Minnesota und die Jazz vorbereitet, wird der Deutsche allein mit den Physiotherapeuten des Teams arbeiten.

Es ist das rechte Knie, das schmerzt. Das gleiche Gelenk, welches schon 2010/11 Sorgen bereitete. „Ich denke, es ist eine gute Entscheidung für alle, wenn ich diese Woche aussetze“, erklärte Nowitzki den Schritt. „Ich denke, dass ich den Jungs im Moment eh nicht helfen kann. Ich konnte in den vergangenen Wochen nicht mit Gewichten arbeiten oder sprinten, weil mein Knie die meiste Zeit geschwollen war. Diese Woche fühlt sich mein Knie besser an, so dass ich im Kraftbereich arbeiten und wieder dahin kommen kann, wo ich sein sollte.“

Nowitzki zahlt jetzt den Preis für seine Entscheidung bei der Europameisterschaft in Litauen für Deutschland anzutreten. Nach dem Turnier habe er einfach keine Lust auf Basketball gehabt, gestand der 33-Jährige. „Ich habe wohl zu lange Pause gemacht, aber das Knie fühlt sich schon viel besser an als vor ein paar Wochen“, sagte Nowitzki.

In seiner Abwesenheit müssen anderen für die Mavericks in die Bresche springen. „Das Schöne an unserem Team ist, dass wir einen tiefen Kader haben“, erklärt Power Foward Brian Cardinal. „Sein Ausfall muss nicht von einem, sondern von mehreren Spielern kompensiert werden.“

Doch auch wenn Brandan Wright, Yi Jianlian sowie Cardinal selbst bereit stehen, Shawn Marion effektiv auf der Vier spielen kann, so wird die Hauptlast auf Lamar Odom fallen. Genau das kann der große Vorteil der Pause Nowitzkis sein.

Neuzugang Odom kommt bis her in Dallas nicht in Schwung. 34,4 Prozent trifft der 32-Jährige aus dem Feld, 22,9 Prozent von der Dreierlinie. Effektiv ist anders. Da waren die Fans in Los Angeles vom Besten Sechsten Mann der Saison 2010/11 anderes gewöhnt.

Nowitzkis Abwesenheit eröffnet Odom jetzt nicht nur die Chance zu starten, der zweifache NBA-Champion bekommt außerdem die Gelegenheit mit der Ersten Fünf zu spielen. Dort kann er die offensive Rolle Nowitzkis einnehmen, die dem vielseitigen Odom liegen dürfte.

Natürlich besitzt der Ex-Laker (Karriere: 31,9 3P%) nicht den Sprungwurf von Nowitzki. Der Linkshänder trifft jedoch effektiv aus der Halbdistanz, geht mit seiner starken Hand gut zum Korb. Diese Fähigkeiten wird Coach Rick Carlisle verstärkt einzusetzen versuchen.

In der ersten Partie ohne Nowitzki lieferte Odom sein bisher bestes Saisonspiel für die Mavs. Die 16 Punkte, vier Rebounds und zwei Assists erzählen dabei allerdings nur die halbe Geschichte. „Der Ball fand Lamar zwei, drei Mal in wichtigen Situationen und er machte einige wichtige Plays für uns“, freute sich Carlisle nach dem 83:81-Sieg. „Er bekommt ein immer besseres Gefühl für die anderen und versteht es effektiver mit ihnen zusammenzuspielen.“

„Auf Lamar und Delonte (West) lastet jetzt ein hoher Druck, aber sie haben super darauf reagiert“, weiß auch Jason Terry. „Wann immer wir sie brauchten, waren sie für uns da.“

Deshalb könnte es am Ende gar nicht so schlecht sein, wenn Dirk Nowitzki in dieser Woche da ist, wo er sein muss und nicht auf dem Feld. Die Mavericks sind ein besseres Team, wenn er schmerzfrei und Lamar Odom endlich in Dallas angekommen ist.

Das Gerücht der Woche …

Nach Dwight Howard soll jetzt auch Deron Williams einen dieser ominösen Wunschzettel aufgestellt haben. Darauf vermerkt: Die Teams, bei denen der werdende Free Agent ab der Saison 2012/13 spielen möchte.

Nets, Mavericks, Lakers, Knicks … das ist die Liste. Kurz, leicht zu merken, ohne echte Überraschungen.

Angesichts dieser potenziellen neuen und dem alten Arbeitgeber fragt sich allerdings, wie und wann der Point Guard wechseln würde?

Die Nets würden Williams mit einem Maximalvertrag halten, soviel ist sicher. Der Umworbene hat allerdings von Beginn an klar gemacht, dass er in Brooklyn ab dem Herbst 2012 nicht den Alleinunterhalter geben will. Stößt also kein weiterer Star zum Kader, würde auch Williams seinen Abschied erklären. Die Nets müssen handeln.

Dallas hat momentan keine Spieler im Kader, die es für Williams traden könnte. Mavs-Boss Mark Cuban und sein General Manager Donnie Nelson können den Aufbau allerdings als Free Agent in seine alte Heimat holen. Dies könnte dann erst im Juli passieren.

Die Lakers könnten Pau Gasol für Williams transferieren. Allerdings ist fraglich, ob bei den Nets Interesse am Spanier besteht. Ein solcher Deal könnte die Lakers befähigen auch Dwight Howard aus Orlando zu holen. Andrew Bynum für Howard würde ebenfalls unter den Ligaregeln funktionieren. Allerdings ist ein solches Szenario unrealistisch. Die Magic und Nets müssten den Trades, aus Angst ihre jeweiligen Stars ohne Gegenleistung zu verlieren, zustimmen. Dazu dürfte es nicht kommen …

Bleiben die Knicks … Der große Nachbar der Nets hat nur eine Chance, Williams auf die andere Seite des Hudsons zu holen: das Ende von Carmar’e. Nur wenn sich die Macher der Knicks dazu durchringen, einen ihrer beiden Superstars zu traden, wäre ein solcher Transfer machbar. Wäre diese Entscheidung sinnvoll? Angesichts der Probleme der Knickerbocker scheint es fast so. Knicks-Chef James Dolan wird allerdings noch warten, was Baron Davis seinem Team bringen kann, wenn dieser wiedergenesen ist. Vor allem aber dürfte er erst Coach Mike D’Antoni vor die Tür setzen, um zu sehen, ob ein neuer Headcoach nicht mehr aus diesem Kader herausholen kann.

Das Wochenende …

Was der Samstag und Sonntag an Highlights brachten? Das hier …

Die Plays des Wochenendes

Das Spiel des Wochenendes

Der Wochenplaner …

Wie jede Woche, haben wir wieder die Partien für euch, die ihr auf jeden Fall in eure kollektiven Kalender eintragen und sehen solltet, entweder live oder on-demand!

Orlando bei Boston24.01.12 – 1:30 Uhr

Wenn die Celtics diese Spielzeit noch einmal angreifen wollen, dann müssen sie Teams wie die Magic schlagen. Allerdings: Wer soll Dwight Howard verteidigen?

Orlando bei Indiana 25.01.12 – 1:00 Uhr

Zu früh, um sich Gedanken um die Playoff-Setzliste zu machen? Sicher, aber am Ende zählt bei Gleichstand auch der direkte Vergleich. Und bei diesen beiden Teams könnte der entscheiden.

Memphis bei Portland 25.01.12 – 4:00 Uhr

Die Grizzlies fahren einen Sieg nach dem anderen ein – ohne Zach Randolph, die Blazers haben einiges an Schwung verloren. Kann Portland das heißeste Team im Westen stoppen?

Indiana bei Chicago 26.01.12 – 2:00 Uhr

Das Rematch der ersten Playoff-Runde 2011 und noch viel mehr. Die Bulls enteilen der Konkurrenz im Osten. Können die Pacers aufholen?

L.A. Clippers bei L.A. Lakers 26.01.12 – 4:30 Uhr

Und weiter geht es in der Schlacht um Los Angeles. Können die Lakers auch mal ein Spiel gewinnen? In der Preseason (zwei Partien) und am 14. Januar behielten die Clippers die Oberhand.

Memphis bei L.A. Clippers 27.01.12 – 04:30 Uhr

Gegen Marc Gasol kann DeAndre Jordan zeigen, ob er sein Geld wert ist. Wieso? Der Spanier spielt – auch wenn es keiner merkt – eine grandiose Saison mit 15,1 Punkten, 10,6 Rebounds, 3,1 Assists und 2,6 Blocks!

Indiana bei Boston 28.01.12 – 1:30 Uhr

Larry Birds Team gegen seine alte Liebe. Was Larry Legend wohl über den schleichenden Verfall der Big Three denkt?

New York bei Miami 28.01.12 – 2:00 Uhr

Die Knicks wollten eigentlich eine eigene Big Three und Miami das Leben schwer machen. Schwer ist das Leben allerdings im Moment nur in New York. Droht eine böse Packung?

Sacramento bei Utah 29.01.12 – 3:00 Uhr

Psst … Nur so unter uns, die Jazz belegen den fünften Platz im Westen. Sacramento hat mehr Siege auf dem Konto als die Celtics und genau so viel wie die Knicks. Zwei Kader voller junger Talente treffen aufeinander, hier gibt es einen Blick in die NBA-Zukunft.

Chicago bei Miami 29.01.12 – 21:30 Uhr

Der Blockbuster der Woche! Und das auch noch zur Prime Time! Wer hier nicht einschaltet … nun - der hat wohl gerade keine Internetverbindung.

San Antonio bei Dallas 30.01.12 – 0:30 Uhr

Der Klassiker! Und Dirk Nowitzki soll nach seinen Extraschichten gegen die Spurs wieder mit von der Partie sein. Mit Spannung darf beobachtet werden, ob die Arbeit im Kraftraum etwas gebracht hat.

SOCIAL MEDIA