Der NBA.de Tip-Off -- 13.02.12

Der unmögliche Steve Nash

38 Jahre Steve Nash. Am 7. Februar feierte der zweifache MVP sein Wiegenfest. Phoenix trat an diesem Tag gegen die Milwaukee Bucks an.

Es hieß also Oldie Nash gegen Youngster Brandon Jennings. 38 gegen 22 Jahre. Die Vergangenheit auf der Eins gegen die vermeintlich Zukunft.

Phoenix gewann 107:105. Die Stats des Kanadiers? 18 Punkte und elf Assists. Jennings? Drei Zähler bei vier Vorlagen. Wer den Gamewinner besorgte? Steve Nash, per Runner, fünf Sekunden vor Ende. Happy Birthday!

Niemand legt in der NBA 2011/12 mehr Assists pro Partie auf als Steve Nash. 10,3 Vorlagen sind es derzeit, das sind 0,8 mehr als der zweitplatzierte Rajon Rondo verteilt und 1,2 mehr als Chris Paul auf Rang drei generiert.

Dabei spielt Nash nur 31,4 Minuten pro Partie. Rondo absolviert 36,7 Minuten, Paul 35,9.

Rondo, 25 Jahre alt, bedient die All Stars Ray Allen, Kevin Garnett und Paul Pierce – selbst sucht er nur im Notfall den Abschluss.

Paul, 26-jähriger Point Guard der Clippers, schmeißt Lob-Pässe in Richtung der Hyperathleten Blake Griffin oder DeAndre Jordan. Seine Anspiele auf die Flügel finden Caron Butler, Mo Williams oder bis zu seiner Verletzung Chauncey Billups.

Nash? Er legt für Marcin Gortat, Jared Dudley, Shannon Brown, Grant Hill und Channing Frye auf – allesamt Jungs, die nicht von sich behaupten können, für jedes andere NBA-Team zwingend als Starter auflaufen zu müssen … All Star war unter ihnen einzig Grant Hill … in einem anderen Leben.

Niemand kann also behaupten, dass der Kader der Suns Nash auf dem Feld großartig begünstigt. Niemand reißt Löcher für den Aufbau, niemand zwingt den Gegner zum Doppeln und verschafft dem Distanzschützen freie Würfe. Im Gegenteil, Nash arbeitet für alle, alle profitieren.

Im Normalfall würde solch ein Pensum auch bei reduzierter Spielzeit von einem 38-Jährigen – egal, wie fit er ist – derart Tribut fordern, das die eigene Offensive leidet. Nicht bei Nash …

Aus dem Feld trifft er 56,3 Prozent, von der Dreierlinie 44,8. 14,6 Punkte steuert er allabendlich bei. In Sachen Feldwurfquote liegen nur Tyson Chandler sowie Tiago Splitter vor Nash – zwei Big Man, die außerhalb der Zone nur im Notfall werfen …

Nash vollbringt gerade vor unser aller Augen das Unmögliche, doch keiner scheint dies zu bemerken.

Wie viele Spieler legten in der Geschichte der NBA im Alter von mindestens 35 Jahren 10,0 Assists oder mehr pro Spiel auf? Einer. Steve Nash. Und das vier Mal.

Wie viele Point Guards lieferten jemals 55,0 Prozent Feld- plus 40,0 Prozent Dreierquote? Einer. Steve Nash.

Vielleicht liegt es an der komprimierten Saison, dass Nashs Leistungen derart unter den Tisch fallen, das macht sie aber nicht weniger fabelhaft. Nash vollbringt gerade Dinge, die so einfach nicht denkbar sind.

Kein Wunder, dass die Spekulationen über einen Trade nicht abreißen wollen. Alle Anzeichen deuten jedoch darauf hin, dass es diesen Deal nicht geben wird. „Ich bin oldschool. Ich habe einen Vertrag, das hier ist mein Team“, sagt Nash selbst. Die Suns wissen genau, dass wenn sie ihn abgeben, sie nie entsprechenden Gegenwert bekommen. Denn Nash ist nun mal 38 Jahre alt und wird im Sommer Free Agent …

Also wird er seinen Vertrag aller Wahrscheinlichkeit bis zum Ende in Phoenix ausspielen, im kommenden Sommer die Chance haben, zu einem Club seiner Wahl zu wechseln. Welcher das sein wird? In New York lebt der Kanadier im Sommer, spielt im Central Park Fußball …

Bei den Heat könnten sie einen Aufbau mit diesen Qualitäten extrem gut gebrauchen, zumal seine Defensivprobleme dort nicht groß auffallen dürften …

Vielleicht verspürt er Lust, in Dallas noch einmal mit einem alten Freund zu spielen …

Oder die Lakers? Wäre er nicht der perfekte Partner für Kobe?

Die Möglichkeiten für Steve Nash werden im Sommer unendlich sein. Bleibt zu hoffen, dass der selbsternannte „Most Ridiculous Man in the world“ (http://youtu.be/tdNiXidfLcc) noch einmal die Chance bekommt, auf der höchsten NBA-Bühne zu spielen.

Niemand hätte die Meisterschaft mehr verdient als er …

Dirk in Deutschland?

Noch ist es nur ein Gerücht. Aber Insidern in Dallas zu Folge spielen die Dallas Mavericks im kommenden Sommer erstmals Vorbereitungspartien auf die Saison 2012/13 in Deutschland und Spanien! Lange Zeit war Mavs-Boss Mark Cuban kein Freund von internationalen Trainingslagern und Freundschaftsspielen in Europa. Angeblich können Franchises aber ab sofort keine Einladung der Liga nach Europa ausschlagen. Wann und wo die Partien stattfinden oder wer der Gegner sein wird, steht noch nicht fest.

Das Wochenende …

Was der Samstag und Sonntag an Highlights brachten? Das hier …

Die Plays des Wochenendes

Das Spiel des Wochenendes

Der Wochenplaner …

Wie jede Woche, haben wir wieder die Partien für euch, die ihr auf jeden Fall in eure kollektiven Kalender eintragen und sehen solltet, entweder live oder on-demand!

L.A. Clippers bei Dallas14.02.2012 – 2:30 Uhr

Clippers gegen Mavericks. Blake Griffin gegen Dirk Nowitzki. Team im Aufwind, gegen Champion, der sich gerade erst findet. Griffins brutale Athletik gegen Dirks offensiven Genius. Das Spiel der Woche!

Miami bei Indiana 15.02.2012 – 1:00 Uhr

Können die Pacers nach den Bulls auch die Heat schlagen? Im Hinspiel gab es eine 83:118-Packung für Indiana, die Pacers sind zudem in einer Minikrise. Wenn sie im Ostrennen Boden gut machen wollen, wäre dieser Sieg doppelt wichtig.

Denver bei Dallas 16.02.2012 – 2:30 Uhr

Die Nuggets sind von Verletzungen gebeutelt und haben im Westen zuletzt geschwächelt. Ein Spiel mit potenzieller Bedeutung für die Playoffsetzliste. Der direkte Vergleich zählt am Ende ja auch …

Boston bei Chicago 17.02.2012 – 2:00 Uhr

Die Revanche für die Partie am gestrigen Sonntag. Neben Chicago und Miami ist dies die beste Rivalität in der Eastern Conference.

Phoenix bei L.A. Lakers 18.02.2012 – 4:30 Uhr

Warum dieses Spiel hier auftaucht? Kobe Bryant HASST die Phoenix Suns. Gegen das Team aus Arizona legte er im ersten Aufeinandertreffen 48 Punkte auf. Fällt im Staples Center die 50-Punktemarke?

San Antonio bei L.A. Clippers 19.02.2012 – 21:30 Uhr

Ginobili ist wieder fit und die Clippers wollen die 90:115-Schmach aus dem ersten Aufeinandertreffen rächen. Auch hier gilt: Diese Spiele können in Sachen Playoff-Setzliste am Ende den Ausschlag geben.

New Jersey bei Chicago 19.02.2012 – 22:00 Uhr

Deron Williams vs. Derrick Rose in der Prime Time am Samstag. Also falls jemand überhaupt gar nicht auf die Spurs und Clippers kann, gibt es eine Alternative.

Dallas bei New York 20.02.2012 – 19:00 Uhr

Dallas trifft im Madison Square Garde auf Linsanity und das um diese Uhrzeit! Wer hier nicht live dabei ist, hat keinen League Pass!

Orlando bei Miami 20.02.2012 – 21:30 Uhr

Und der zweite Teil des sonntaglichen Double-Headers. Dwight Howard gegen die Southbeach Superfriends. Bekommen die Heat den besten Center der Welt dieses Mal in den Griff?

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